Depression

Das ist das Risiko

Es ist weithin anerkannt, dass körperlicher Stress und ungesunde Lebensgewohnheiten Herzerkrankungen fördern können. Weniger bekannt ist jedoch, dass psychische Störungen wie Depressionen ebenfalls ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein können. Insbesondere kann eine Depression die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an einer Herzkrankheit zu erkranken oder den Verlauf einer bereits bestehenden Herzerkrankung verschlechtern. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie und warum das so ist.

Depressionen sind mehr als nur vorübergehende Gefühle von Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit. Sie sind ernsthafte psychische Erkrankungen, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen stark beeinflussen und deren alltägliches Leben stark einschränken können. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit mehr als 264 Millionen Menschen an Depressionen.

In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass Menschen mit einer Depression ein um 30-50% höheres Risiko haben, an einer Herzerkrankung zu erkranken, als Menschen ohne diese psychische Störung. Auch das Risiko, nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall eine Depression zu entwickeln, ist deutlich erhöht. Dabei ist es unerheblich, ob die Depression vor oder nach der Diagnose einer Herzerkrankung auftritt – in beiden Fällen kann sie den Verlauf der Herzkrankheit negativ beeinflussen.

Es gibt mehrere Mechanismen, durch die eine Depression das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen kann. Einerseits hat sie direkte physiologische Auswirkungen auf das Herz. Durch die erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen, die typischerweise bei einer Depression beobachtet wird, erhöht sich der Blutdruck und die Herzfrequenz. Diese konstante Belastung kann zu Schäden an den Blutgefäßen und dem Herzen führen, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Andererseits führen Depressionen häufig zu Verhaltensänderungen, die das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen können. Menschen mit Depressionen neigen dazu, weniger körperlich aktiv zu sein und eine ungesunde Ernährung zu bevorzugen, was zu Übergewicht und erhöhten Cholesterinwerten führen kann – beides bekannte Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Zudem ist der Tabak- und Alkoholkonsum bei Depressiven oft erhöht, was ebenfalls das Herz-Kreislauf-System schädigen kann.

Eine weitere Erklärung könnte die Tatsache sein, dass depressive Menschen oft Schwierigkeiten haben, für ihre Gesundheit zu sorgen und medizinische Empfehlungen zu befolgen. Sie nehmen beispielsweise verschriebene Medikamente nicht regelmäßig ein oder versäumen Arzttermine, was die Kontrolle ihrer Herzkrankheit erschweren kann.

Die gute Nachricht ist, dass sowohl Depressionen als auch Herzkrankheiten behandelbar sind. Die richtige Behandlung kann die Symptome lindern, die Lebensqualität verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Gesundheit zu achten und bei Anzeichen von Depressionen medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt zeigt sich, dass der Zusammenhang zwischen Depression und Herzerkrankungen komplex ist und weiterer Forschung bedarf. Was wir jedoch bereits wissen, ist, dass die Behandlung von Depressionen nicht nur die psychische Gesundheit verbessert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen leisten kann. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung der Gesundheit, die sowohl psychische als auch physische Aspekte berücksichtigt.

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